Die Kirche Bete Mikael und Golgatha, Lalibela

Bete Qedus Mikael, die Kirche des Heiligen Michael, und Bete Golgatha sind zwei miteinander verbundene Kirchen mit einem gemeinsamen Eingang. Dieser religiöse Komplex umfasst auch die selten besuchte Silase-Kapelle. Die Kirche St. Mikael (auch Debre Sina genannt, was Berg Sinai bedeutet) wurde als halbmonolithische Struktur aus dem Felsen gehauen, da sie nicht vollständig vom Hauptfelsen getrennt ist.

Auf der westlichen Seite können die Kirchen durch das Grab Adams betreten werden. Beim Anblick der eleganten Gestaltung des Grabes Adams kann man leicht erkennen, dass es einst als Haupteingang zu den Kirchen diente. Besucher können die Kirchen auch durch einen Tunnel am südlichen Ende des Bete-Maryam-Hofes erreichen.

Bete Golgatha ist nach dem Ort benannt, an dem Jesus begraben wurde. Sie gilt als das wichtigste und heiligste Heiligtum unter allen Felsenkirchen von Lalibela. Dort werden die Besitztümer von König Lalibela aufbewahrt, darunter seine Gebetsstäbe aus Holz, Eisen und Horn sowie ein kunstvoll gefertigtes Metallkreuz. In der nordöstlichen Ecke befindet sich ein Relief mit Engeln, das das Grab Christi darstellt. Darunter liegt eine bewegliche Steinplatte, die das Grab von König und Heiligem Lalibela bedeckt.

Die Kirche Bete Mikael misst 9,5 m × 8,5 m. Acht Säulen, die in zwei Reihen angeordnet sind, teilen die Kirche in drei Bereiche. Die Säulen bilden kreuzförmige Schnittpunkte, die sich in den Pilastern entlang der Wände wiederholen. Ein Bogen verbindet die beiden Säulenreihen. Der zentrale östliche Teil der Kirche dient als das Allerheiligste, in dem der Altar aufbewahrt wird. Die Kirche besitzt außerdem wunderschöne Fensterverzierungen auf zwei Ebenen der Außenwände sowie drei Eingänge, wie es für die westliche Hälfte typisch ist. Die Nordseite führt zur Golgatha-Kirche.

Die Golgatha-Kirche misst 10,5 m × 6 m. Die Kirche des Heiligen Michael dient als Durchgang zur Golgatha-Kirche. In der Mitte verlaufen drei Säulen in einer kreuzförmigen Anordnung von Ost nach West, während zwei Seitenschiffe durch einen vierten Pilaster an der westlichen Wandseite gebildet werden.

Außerdem befindet sich dort eine rechteckige Struktur, die als „Tribüne“ von König Lalibela bezeichnet wird, von der aus er regelmäßig an religiösen Zeremonien teilnahm. Das Fenster ist an der Außenseite der Wand mit quadratischen Affenkopf-Schnitzereien im aksumitischen Stil verziert.